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Windows 11 Netzwerkfreigabe: Ordner im Heimnetz teilen (2026)

Zwei Windows-11-PCs im selben WLAN — und trotzdem schaufelt man Dateien über USB-Stick oder WhatsApp hin und her. Das muss nicht sein. Windows 11 kann Ordner direkt im Netzwerk freigeben, sodass andere Geräte im Heimnetz darauf zugreifen können wie auf ein lokales Laufwerk. Kein Server, kein NAS, keine Pro-Edition nötig.

Dieser Guide erklärt den Aufbau Schritt für Schritt: Netzwerkprofil korrekt setzen, Freigabe aktivieren, Ordner freigeben, Netzlaufwerk einbinden und die häufigsten Stolperfallen vermeiden.

Windows 11 Desktop mit Datei-Widget und Ordner-Shortcut direkt auf dem Wallpaper — Netzwerkfreigaben lassen sich genauso als Widget-Ziel nutzen wie lokale Ordner
Ein eingebundenes Netzlaufwerk verhält sich unter Windows 11 wie ein lokales Laufwerk — Datei-Widgets und Dateimanager-Shortcuts funktionieren damit ohne Umwege.

Schritt 1: Netzwerkprofil auf "Privat" setzen

Das ist der Schritt, den die meisten überspringen — und der Grund für 90 Prozent der Probleme. Windows unterscheidet zwischen Öffentlichen und Privaten Netzwerken. In öffentlichen Netzwerken (Café, Bahnhof) blockiert es Netzwerkerkennung und Freigaben zum Schutz. Im Heimnetz muss das Profil auf Privat stehen.

So änderst du es:

  1. Öffne Einstellungen → Netzwerk & Internet.
  2. Klick auf die aktive Verbindung (WLAN-Name oder Ethernet).
  3. Unter Netzwerkprofil wähle Privat.

Mach das auf jedem PC, der am Freigabe-System teilnehmen soll — sowohl auf dem, der freigibt, als auch auf dem, der zugreift.

Schritt 2: Netzwerkerkennung und Dateifreigabe aktivieren

Auch wenn das Profil auf Privat steht, kann die Netzwerkerkennung noch deaktiviert sein. Aktiviere sie:

  1. Einstellungen → Netzwerk & Internet → Erweiterte Netzwerkeinstellungen.
  2. Klick auf Erweiterte Freigabeeinstellungen.
  3. Unter Private Netzwerke schalte Netzwerkerkennung und Datei- und Druckerfreigabe ein.

Falls die Netzwerkerkennung nach jedem Neustart wieder ausgeschaltet ist, liegt das meistens an drei Windows-Diensten, die nicht auf Automatisch stehen. Öffne services.msc (Win+R, eingeben, Enter) und prüfe folgende Dienste — alle sollten auf Automatisch (verzögerter Start) stehen und laufen:

  • Function Discovery Resource Publication (FDResPub)
  • SSDP Discovery (SSDPSRV)
  • UPnP Device Host (upnphost)

Schritt 3: Einen Ordner freigeben

Jetzt geben wir den eigentlichen Ordner frei. Zwei Wege — die einfache Freigabe und die erweiterte:

Schnelle Freigabe (für Heimnetz-Gäste)

  1. Rechtsklick auf den Ordner im Explorer → Eigenschaften.
  2. Reiter Freigabe → klick auf Freigeben…
  3. Wähle aus dem Dropdown Jeder (für Zugriff ohne Anmeldung) oder einen bestimmten Windows-Benutzer.
  4. Stelle die Berechtigung auf Lesen oder Lesen/Schreiben je nach Bedarf.
  5. Klick Freigeben, dann Fertig.

Erweiterte Freigabe (mehr Kontrolle)

  1. Rechtsklick → Eigenschaften → Reiter Freigabe → Erweiterte Freigabe…
  2. Haken bei Diesen Ordner freigeben setzen.
  3. Unter Name siehst du den Freigabenamen — das ist der Name, unter dem andere Geräte den Ordner ansprechen (z. B. \\PC-Name\Freigabename).
  4. Klick auf Berechtigungen → füge Benutzer hinzu und lege Rechte fest (Lesen / Ändern / Vollzugriff).

Wichtig: Windows hat zwei unabhängige Berechtigungsebenen — die Freigabe-Berechtigungen (oben) und die NTFS-Berechtigungen (Reiter Sicherheit). Was zählt, ist das engere der beiden. Wenn die Freigabe "Jeder – Vollzugriff" hat, die NTFS-Rechte aber nur "Lesen" erlauben, kommt der Nutzer nur lesend rein. Für einfache Heimnetz-Szenarien reicht es, die Freigabe-Berechtigungen korrekt zu setzen.

Windows 11 Desktop mit Ordner-Widget auf Firewatch-Wallpaper — freigegebene Netzwerkordner lassen sich genauso als Widget-Quelle einbinden wie lokale Ordner
Freigegebene Netzwerkordner verhalten sich nach dem Einbinden wie lokale Laufwerke — ein Widget zeigt ihren Inhalt genauso wie einen normalen Ordner.

Schritt 4: Vom anderen PC aus zugreifen

Öffne auf dem zweiten PC den Explorer und gib in die Adressleiste ein:

\\PC-Name\Freigabename

oder direkt mit IP-Adresse (zuverlässiger, wenn der PC-Name nicht aufgelöst wird):

\\192.168.1.100\Freigabename

Die IP-Adresse des freigebenden PCs findest du unter Einstellungen → Netzwerk & Internet → klick auf die Verbindung → IPv4-Adresse. Alternativ: ipconfig in der Eingabeaufforderung.

Falls Windows nach Anmeldedaten fragt, gib den Benutzernamen und das Passwort des Windows-Kontos auf dem freigebenden PC ein. Wenn du das nicht jedes Mal eintippen willst, speichere die Zugangsdaten in der Anmeldeinformationsverwaltung: Systemsteuerung → Anmeldeinformationsverwaltung → Windows-Anmeldeinformationen → Hinzufügen.

Schritt 5: Als Netzlaufwerk einbinden

Statt den UNC-Pfad jedes Mal einzutippen, kannst du den Ordner dauerhaft als Laufwerksbuchstaben einbinden:

  1. Öffne Explorer → rechtsklick auf Dieser PCNetzlaufwerk verbinden…
  2. Wähle einen freien Laufwerksbuchstaben (z. B. Z:).
  3. Gib den Pfad ein: \\PC-Name\Freigabename.
  4. Haken bei Verbindung bei Anmeldung wiederherstellen setzen, damit das Laufwerk nach jedem Neustart automatisch verfügbar ist.
  5. Optional: Verbindung mit anderen Anmeldeinformationen herstellen, wenn der Benutzer auf dem freigebenden PC anders heißt.

Das eingebundene Laufwerk erscheint danach im Explorer wie eine lokale Festplatte unter dem gewählten Buchstaben. Du kannst es in Programmen, Datei-Dialogen und — falls du ein Datei-Widget nutzt — direkt als Quellordner im Desktop-Widget verwenden. Die Anleitungen zu Ordner-Widgets für Windows 11 zeigen, wie das konkret funktioniert.

Häufige Probleme und deren Lösung

"Auf diesen freigegebenen Ordner kann nicht zugegriffen werden"

Fast immer liegt das am Netzwerkprofil: Der freigebende PC oder der zugreifende PC steht noch auf "Öffentlich". Prüfe beide. Prüfe außerdem, ob Windows Defender Firewall die eingehenden Verbindungen blockiert — die Freigabe-Ausnahmen sollten unter Firewall → Zulassungen einer App durch Windows-Firewall für Datei- und Druckerfreigabe aktiviert sein.

Der PC ist im Netzwerk nicht sichtbar, aber über IP erreichbar

Das passiert, wenn die Netzwerkerkennung zwar aktiv ist, aber die WSD-Dienste (Web Services for Devices) fehlen oder nicht laufen. Lösung: Prüfe die drei genannten Dienste (FDResPub, SSDPSRV, upnphost) in services.msc. Alternativ sprich den PC immer direkt über die IP-Adresse an — das ist ohnehin zuverlässiger in Netzwerken, wo Hostnamen per NetBIOS nicht immer korrekt aufgelöst werden.

SMB-Verbindungsfehler mit NAS oder alten Geräten

Windows 11 aktiviert ab neueren Updates SMB-Signierung standardmäßig. Ältere NAS-Firmware oder alte Samba-Versionen auf Linux unterstützen das möglicherweise nicht. Lösung: Aktualisiere die NAS-Firmware. Aktiviere SMBv1 nicht — das ist eine bekannte Sicherheitslücke. SMBv1 war die Grundlage für den EternalBlue-Exploit, der die WannaCry-Ransomware ermöglichte.

Anmeldedaten werden bei jedem Neustart vergessen

Speichere sie in der Windows-Anmeldeinformationsverwaltung: Systemsteuerung → Anmeldeinformationsverwaltung → Windows-Anmeldeinformationen → Windows-Anmeldeinformationen hinzufügen → gib Servername (oder IP), Benutzername und Passwort ein. Damit merkt sich Windows die Zugangsdaten dauerhaft.

Windows 11 Desktop mit Widgets auf Synthwave-Wallpaper — auch Netzlaufwerke lassen sich als Datei-Widget-Quelle einbinden
Netzlaufwerke verhalten sich nach dem Einbinden wie lokale Laufwerke — Widgets, Dateimanager und Programme sehen keinen Unterschied.

OneDrive als Alternative für einfache Fälle

Wenn du nur gelegentlich Dateien zwischen zwei PCs desselben Microsoft-Kontos teilen willst, ist OneDrive oft einfacher als eine lokale Netzwerkfreigabe. OneDrive synchronisiert Dateien automatisch über die Cloud — kein Netzwerk-Setup nötig, funktioniert auch unterwegs. Der Nachteil: Große Dateien brauchen Upload-Zeit, und der kostenlose Speicher ist auf 5 GB begrenzt.

Für schnelle Übertragungen großer Dateien im Heimnetz (Rohdaten, Videoarchive, Backups) ist die direkte SMB-Freigabe mit Gigabit-Ethernet deutlich schneller als jeder Cloud-Weg.

Freigabe wieder aufheben

Um eine Freigabe zurückzuziehen: Rechtsklick auf den Ordner → Eigenschaften → Freigabe → Erweiterte Freigabe → Haken bei "Diesen Ordner freigeben" entfernen → OK. Der Ordner bleibt lokal erhalten; andere PCs können nicht mehr darauf zugreifen. Auf dem Zugriffs-PC bleibe das eingebundene Netzlaufwerk mit einem roten X im Explorer — du kannst es mit Rechtsklick → "Netzlaufwerk trennen" entfernen.

Für den Homeoffice-Betrieb, bei dem Dateien zwischen Arbeitsgeräten schnell verfügbar sein sollen, empfiehlt sich eine Kombination aus lokaler Netzwerkfreigabe für große Daten und OneDrive für die Synchronisierung der aktiven Arbeitsdateien. Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt der Windows-11-Homeoffice-Guide.

Häufig gestellte Fragen

Warum sehe ich den freigegebenen Ordner auf dem anderen PC nicht?

Das häufigste Problem ist ein falsches Netzwerkprofil. Wenn dein PC auf "Öffentlich" eingestellt ist, blockiert Windows die Netzwerkerkennung. Geh zu Einstellungen → Netzwerk & Internet → WLAN oder Ethernet → klick auf die aktive Verbindung → stelle das Netzwerkprofil auf "Privat". Danach aktiviere Netzwerkerkennung und Dateifreigabe unter Einstellungen → Netzwerk & Internet → Erweiterte Netzwerkeinstellungen → Erweiterte Freigabeeinstellungen. Alternativ kannst du den anderen PC direkt über seine IP-Adresse im Explorer ansprechen: \\IP-Adresse\Freigabename.

Brauche ich Windows 11 Pro für die Netzwerkfreigabe?

Nein. Die einfache Dateifreigabe über SMB funktioniert in allen Windows-11-Editionen — Home, Pro und darüber. Der Unterschied: Pro-Nutzer können sich an einer Windows-Domäne anmelden und erweiterte Zugriffsrechte über Active Directory verwalten. Für ein Heimnetz oder kleines Büro ohne Domänenserver ist Windows 11 Home vollständig ausreichend.

Ist die Dateifreigabe im Heimnetz sicher?

Windows 11 nutzt standardmäßig SMB 2.x und 3.x — deutlich sicherer als das veraltete SMBv1 (das Windows 11 bewusst nicht mehr installiert). SMB-Signierung ist in neueren Windows-11-Versionen standardmäßig aktiv, was Man-in-the-Middle-Angriffe im Netzwerk verhindert. Für ein privates Heimnetz hinter einem Router ist das Sicherheitsniveau ausreichend. Aktiviere niemals SMBv1, selbst wenn ein altes Gerät danach fragt — es hat bekannte, ungepatchte Sicherheitslücken.

Kann ich einen freigegebenen Ordner mit einem Passwort schützen?

Ja. Klick im Freigabe-Dialog auf "Bestimmte Personen" und füge den Windows-Benutzernamen des Netzwerk-Nutzers hinzu. Dieser braucht dann Benutzername und Passwort seines Kontos zum Zugriff. Alternativ aktiviere den Kennwortgeschützten Freigabemodus unter Erweiterte Freigabeeinstellungen → "Kennwortgeschützte Freigabe aktivieren". Dann können nur Personen mit einem Windows-Konto auf diesem PC zugreifen. Gastkonten ohne Passwort werden automatisch abgewiesen.

Funktioniert die Windows-Freigabe auch mit einem Mac oder Linux?

Ja, beide sprechen SMB. Auf einem Mac öffnest du Finder → Gehe zu → Mit Server verbinden und gibst smb://IP-Adresse/Freigabename ein. Linux-Nutzer nutzen je nach Distribution den Dateimanager (Nautilus: Andere Orte → Server eingeben) oder den Befehl smbclient oder mount.cifs im Terminal. Ältere Macs und Linux-Distributionen mit altem Samba könnten bei aktiver SMB-Signierung Probleme haben — dann hilft ein Update auf die aktuelle Samba-Version.

Die Netzwerkerkennung schaltet sich nach einem Neustart wieder aus. Was tun?

Das passiert, wenn die dafür nötigen Windows-Dienste nicht auf "Automatisch" stehen. Öffne Dienste (services.msc) und stelle folgende Dienste auf Starttyp "Automatisch (Verzögerter Start)": Function Discovery Resource Publication (FDResPub), SSDP Discovery (SSDPSRV), UPnP Device Host (upnphost). Danach starte sie manuell und richte dann die Netzwerkerkennung erneut ein — sie bleibt nach dem nächsten Neustart aktiv.

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