Startmenü anpassen Windows 11: der vollständige Guide (2026)
Das Startmenü in Windows 11 hat einen durchwachsenen Ruf — und meistens aus gutem Grund. Microsoft hat es gegenüber Windows 10 gleichzeitig optisch aufgeräumt und funktional beschnitten: Die Ordnerhierarchie ist weg, der Bereich für Empfehlungen und zuletzt geöffnete Dateien nimmt wertvollen Platz ein, und das Menü sitzt standardmäßig in der Mitte der Taskleiste statt links. Das alles lässt sich aber anpassen — manche Dinge direkt in den Windows-Einstellungen, andere mit kleinen Drittanbieter-Tools.
Dieser Guide geht jeden Anpassungsbereich durch: von den eingebauten Optionen über Registry-Tweaks bis zu Start11 und StartAllBack für alle, die ein grundlegend anderes Startmenü wollen. Du brauchst keine dieser Optionen zu verwenden — aber es hilft zu wissen, was möglich ist.
Was das Startmenü in Windows 11 von Haus aus kann
Bevor du irgendwas installierst oder in der Registry änderst, lohnt ein Blick auf das, was Windows 11 selbst anbietet. Die Einstellungen sind übersichtlicher als viele denken.
Öffne Einstellungen (Win + I) → Personalisierung → Startmenü. Du findest dort:
- Mehr Pins / Standard / Mehr Empfehlungen — Steuert das Verhältnis zwischen angehefteten Apps und dem Empfehlungsbereich. "Mehr Pins" gibt dir vier Reihen mit 24 Pins und einen kleineren Empfehlungsbereich.
- Zuletzt hinzugefügte Apps anzeigen — Deaktivieren, wenn du nicht willst, dass neu installierte Apps automatisch im Startmenü erscheinen.
- Am häufigsten verwendete Apps anzeigen — Deaktivieren, wenn die Empfehlungen immer falsch liegen oder du einfach kein KI-Sorting willst.
- Zuletzt geöffnete Elemente anzeigen — Deaktivieren, wenn du nicht willst, dass zuletzt geöffnete Dateien im Startmenü und in der Taskleiste erscheinen.
- Auf Startmenü und Taskleiste zugeschnittene Tipps, App-Werbung und Empfehlungen anzeigen — Das ist die Einstellung, die Werbung im Empfehlungsbereich unterbindet. Abschalten.
Apps im Startmenü anheften, anordnen und entfernen
Das Anheften funktioniert auf mehreren Wegen:
- Aus der App-Liste: Startmenü öffnen → "Alle Apps" (oben rechts) → App mit Rechtsklick → "An 'Start' anheften".
- Aus dem Explorer oder Desktop: Rechtsklick auf eine Verknüpfung oder .exe → "An 'Start' anheften".
- Aus laufenden Apps: Rechtsklick auf das Taskleistensymbol einer laufenden App → "An Startmenü anheften".
Angeheftete Apps per Drag-and-Drop verschieben: Startmenü öffnen, App mit gedrückter Maustaste auf die gewünschte Position ziehen. Das funktioniert auch auf andere Seiten wenn du mehr als sechs Pins in einer Reihe hast — mit einem kleinen Scrollen rechts im Startmenü navigierst du zwischen den "Seiten".
Ordner im Startmenü anlegen: Ziehe ein Pin auf einen anderen Pin — Windows 11 fasst sie automatisch zu einem Ordner zusammen, den du benennen kannst (z. B. "Tools", "Microsoft", "Schule"). Ordner können mehrere Apps enthalten und nehmen weniger Platz ein als einzelne Pins.
Pin entfernen: Rechtsklick auf die App → "Von 'Start' lösen". Die App bleibt installiert — du entfernst nur die Kachel.
Taskleiste links ausrichten
Das ist die meistgewünschte Änderung bei Windows 11: die Taskleiste wieder links statt mittig. Einstellungen → Personalisierung → Taskleiste → Taskleistensymbolausrichtung → Links.
Damit wandert das Startmenü-Symbol an den linken Rand, genau wie in Windows 10. Die Apps auf der Taskleiste beginnen ebenfalls links, nicht mehr in der Mitte. Das Startmenü selbst öffnet sich weiterhin links ausgehend von der Schaltfläche — die Position passt sich an.
Farbe, Transparenz und Dunkel-Modus des Startmenüs
Das Startmenü folgt automatisch dem Farbmodus (hell/dunkel) und der Akzentfarbe aus den Personalisierungseinstellungen. Einstellungen → Personalisierung → Farben:
- Modus auswählen — Hell, dunkel, oder "Benutzerdefiniert" (verschiedene Modes für App-Fenster und Windows-Systemoberfläche).
- Akzentfarbe — Wähle eine Farbe oder aktiviere "Akzentfarbe automatisch aus dem Hintergrund auswählen". Die Akzentfarbe erscheint auf Startschaltfläche, Fokusrahmen und Links.
- Akzentfarbe in Start und Taskleiste anzeigen — Diese Option färbt den Hintergrund des Startmenüs und der Taskleiste mit der Akzentfarbe ein statt des Standard-Grau/Schwarz.
- Transparenzeffekte — Aktiviert den Frosted-Glass-Effekt auf Startmenü, Taskleiste und Schnelleinstellungen. Geringe Auswirkung auf die Performance bei modernen Systemen; bei sehr alten PCs kann es helfen, das abzuschalten.
Startmenü-Einstellungen über die Registry (für Fortgeschrittene)
Für Anpassungen, die über die normalen Einstellungen hinausgehen, gibt es Registry-Schlüssel. Diese sind nicht offiziell dokumentiert und können sich mit Windows-Updates ändern — sichere die Registry vorher mit einem Rechtsklick auf den betreffenden Schlüssel → "Exportieren".
Empfehlungsbereich vollständig ausblenden (Windows 11 Pro/Enterprise): Öffne den Gruppenrichtlinien-Editor (gpedit.msc) → Computerkonfiguration → Administrative Vorlagen → Startmenü und Taskleiste → "Liste der empfohlenen Abschnitte im Startmenü entfernen" auf "Aktiviert" setzen.
Auf Windows 11 Home geht das nur über die Registry: Starte regedit, navigiere zu HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\Explorer (Ordner ggf. anlegen), lege einen neuen DWORD-Wert namens HideRecentlyAddedApps mit dem Wert 1 an. Ein Neustart ist erforderlich. Achtung: Policy-Einträge in dieser Hive gelten für alle Benutzerkonten auf dem PC.
Start11 und StartAllBack: wann sie sich lohnen
Wenn die eingebauten Optionen nicht reichen, gibt es zwei gepflegte Drittanbieter-Apps, die das Startmenü grundlegend ersetzen.
Start11 (Stardock, ca. 5–6 Euro einmalig) bietet mehrere Stile: ein Windows-11-ähnliches Menü ohne Empfehlungen, ein zweispaltiges Windows-10-Layout, ein klassisches Windows-7-Menü mit Ordnerhierarchie, oder ein ganz modernes Grid. Start11 kann auch die Taskleiste ersetzen und erlaubt ausführliche Anpassungen pro Element.
StartAllBack (ca. 5 Euro einmalig) fokussiert sich auf das Windows-10-Feeling: zweispaltiges Startmenü mit "Alle Programme"-Hierarchie, Kontextmenüs im alten Stil, und eine Taskleiste die sich wieder wie Windows 10 verhält (z. B. Bezeichnungen neben App-Symbolen). Wer vom Windows-10-Startmenü-Layout auf Windows 11 umgestiegen ist und das alte Bedienkonzept vermisst, ist hier richtig.
Beide sind keine Abos — du zahlst einmal und erhältst lebenslange Updates. Beide funktionieren parallel zur Windows-eigenen Personalisierung und können jederzeit deinstalliert werden, ohne Systemspuren zu hinterlassen.
Wenn du das Startmenü vor allem als Schnellstart nutzt und häufig tippen statt klicken möchtest, ist keine dieser Apps notwendig — Windows Search (Win + S) sucht schnell und liefert App-Ergebnisse in Millisekunden. Die Kombination aus einem aufgeräumten Startmenü (nur die Apps, die wirklich oft geöffnet werden), Tastatursuche für den Rest, und einem Desktop-Widget-Setup wie Themia für dauerhaft sichtbare Informationen macht das tägliche Arbeiten flüssiger als jede Startmenü-Konfiguration allein.
Startmenü-Tipps für den Alltag
Ein paar Tricks, die viele Windows-11-Nutzer nicht kennen:
- Direktes Tippen öffnet die Suche: Startmenü öffnen und einfach zu tippen beginnen — es wird sofort eine Suche ausgelöst, kein Klick in ein Suchfeld erforderlich.
- Admin-Start per Shift + Enter: Startmenü öffnen, App suchen, Shift + Enter drückt "Als Administrator ausführen".
- Pfadangaben im Startmenü: Tippe
C:\Users\Deinname\direkt ins Startmenü — Windows Search versteht Pfade und öffnet den Ordner im Explorer. - Schnellzugriff auf Systemfunktionen: Starte "Taskmanager", "Systemsteuerung", "Dienste", "Datenträgerverwaltung" durch direktes Eintippen — schneller als über das Menü zu navigieren.
- Apps deinstallieren direkt aus dem Startmenü: Rechtsklick auf eine angeheftete oder empfohlene App → "Deinstallieren".
Für tägliche Arbeitsabläufe lohnt sich auch ein Blick auf die virtuellen Desktops und die Taskleisten-Anpassung, die Hand in Hand mit dem Startmenü-Setup arbeiten. Und wer Windows 11 gerade frisch eingerichtet hat, findet im Einsteiger-Guide alle ersten Schritte kompakt zusammengefasst.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich das Startmenü in Windows 11 wieder links ausrichten?
Ja. Einstellungen → Personalisierung → Taskleiste → Ausrichtung der Taskleistensymbole → auf "Links" ändern. Damit wandern Startmenü-Schaltfläche und alle Taskleisten-Pins wieder an den linken Rand — das klassische Windows-10-Gefühl. Das Startmenü selbst bleibt zentriert über der Schaltfläche geöffnet, nur die Schaltfläche verschiebt sich.
Wie viele Apps kann ich im Startmenü anheften?
Windows 11 zeigt im Standard-Layout 18 angeheftete Apps (sechs Spalten, drei Reihen). Wenn du unter Personalisierung → Startmenü die Einstellung "Mehr Pins" wählst, werden vier Reihen mit 24 angehefteten Apps angezeigt und der Bereich "Empfohlen" wird kleiner. Mit "Mehr Empfehlungen" passiert das Gegenteil. Es gibt keine Möglichkeit, beliebig viele Pins zu erzwingen — das ist eine bekannte Einschränkung gegenüber Windows 10.
Wie deaktiviere ich die Empfehlungen im Startmenü komplett?
Komplett ausblenden lässt sich der Empfehlungsbereich in Windows 11 Home ohne Drittanbieter-Tools nicht — nur reduzieren. Gehe zu Personalisierung → Startmenü und deaktiviere alle drei Schalter: "Zuletzt hinzugefügte Apps anzeigen", "Am häufigsten verwendete Apps anzeigen", und "Zuletzt geöffnete Elemente anzeigen". In Windows 11 Pro/Enterprise kannst du über Gruppenrichtlinien oder die Registry den Bereich vollständig verstecken. Drittanbieter-Tools wie Start11 oder StartAllBack ersetzen das Startmenü komplett und haben keinen Empfehlungsbereich.
Bleiben meine Startmenü-Pins erhalten, wenn ich Windows neu installiere?
Nicht automatisch. Die Startmenü-Konfiguration wird in Windows 11 nicht im Microsoft-Konto synchronisiert (anders als in Windows 10 mit einer bestimmten Einstellung). Du kannst die Konfigurationsdatei manuell sichern — sie liegt unter %LOCALAPPDATA%\Packages\Microsoft.Windows.StartMenuExperienceHost_cw5n1h2txyewy\LocalState\start2.bin — oder ein Backup-Werkzeug wie das kostenlose "Wintoys" verwenden, das die Konfiguration auf Knopfdruck sichert und wiederherstellt.
Warum erscheinen manche Apps nicht im Startmenü, obwohl sie installiert sind?
Das passiert häufig bei portablen Apps (.exe ohne Installer), Apps die nur als Administrator ausgeführt werden, oder Apps die keinen Startmenü-Eintrag erstellen. Bei fehlenden Einträgen: Rechtsklick auf die .exe-Datei → "An 'Start' anheften" erscheint bei normalen Installationen. Für portable Apps: Verknüpfung im Ordner %APPDATA%\Microsoft\Windows\Start Menu\Programs anlegen — sie erscheint dann automatisch in der App-Liste des Startmenüs.
Lohnt sich Start11 oder StartAllBack wirklich?
Es kommt darauf an, was dich am Windows-11-Startmenü stört. Wenn das Hauptproblem die Empfehlungen sind und die zentrierte Position, reichen die eingebauten Einstellungen oft aus. Wenn du ein vollständig anderes Startmenü möchtest — ein zweispaltiges Windows-10-Layout, ein klassisches Windows-7-Menü mit Ordnerhierarchie, oder ein modernes Grid ohne Microsofts Einschränkungen — lohnt sich Start11 (5–6 Euro, Stardock) oder StartAllBack (ca. 5 Euro). Beide Apps sind eine einmalige Zahlung ohne Abo und beide werden aktiv gepflegt.
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